Sonntag, 02. August
Sie brauchen nicht wegzugehen
Rein rechnerisch
hätte Jesus sie wegschicken müssen.
Alles andere wäre unverantwortlich.
Vom wundersamen Versagen der Statistik
berichtet dieses Evangelium.
Von der Überwindung der Statistik
durch die Kraft des Teilens.
Bei der Speisung der Fünftausend
erfahren Menschen mit allen Sinnen,
wer Gott für uns ist:
kein ängstlicher Buchhalter,
sondern ein erstaunlicher Gastgeber.
Alle sind eingeladen,
niemand braucht wegzugehen!
Dorothee Sandherr-Klemp (zu Mt 14,13-21)
aus: Magnificat. Das Stundenbuch 08/2026, Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer;
www.magnificat.de In: Pfarrbriefservice.de
Sonntag, 09. August
Wie eine Mutter zu ihrem verletzlichen Kind
Säbelrasselnd
geht es wieder zu
in der Welt.
In manchen Ländern ist es tödlich,
sich gegen die Staatsmacht zu stellen.
Elija kämpft für seinen Gott,
der über den Baalen,
aber auch über der Staatsmacht steht.
Das bringt ihm Verfolgung ein,
die Feindschaft des Herrscherpaars.
Das Leben des Propheten ist in höchster Gefahr.
Er möchte einfach schlafen, nie mehr aufstehen,
und schafft es bis zum Gottesberg Horeb.
Vorerst ist er dort geborgen
und klagt seinem Gott sein Leid.
Elijas Gott zeigt sich:
nicht donnernd, nicht im Sturm, nicht im Beben –
anders, unerwartet, unverhofft.
Gott zeigt sich sanft wie eine Mutter
ihrem verletzlichen Kind.
Gott zeigt sich mit zarter Zuneigung,
nicht mit herrscherlicher Herablassung.
Dieser Gott donnert nicht los.
Er spricht so liebevoll leise,
dass es der Sterbensmüde hört.
Dorothee Sandherr-Klemp (zu 1 Kön 19,9ab.11b-13a)
aus: Magnificat. Das Stundenbuch 08/2026, Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer;
www.magnificat.de In: Pfarrbriefservice.de
Sonntag, 16. August
Sich öffnen
Kyrie eleison: Herr erbarme dich!
Wie viele Menschen haben mit diesem Ruf
gehofft, gefleht, gebetet.
Mit diesem Ruf beginnt unsere Messfeier:
Kyrie eleison!
Eine Nicht-Israelitin wendet sich
in tiefer Angst um ihre Tochter
an den Israeliten Jesus.
Sie schreit es heraus:
„Herr, erbarme dich!“
Jesus reagiert zunächst nicht,
und seine Umgebung will nur eines –
dem Schauspiel ein Ende setzen,
zur Not durch Entgegenkommen:
„Schick sie fort, denn sie schreit hinter uns her!“
Doch die Frau kämpft für ihre Tochter!
Gegen Jesu abwehrende Antwort
bringt sie alle Kraft ihrer Hoffnung ins Wort.
Und Jesus denkt um, denkt neu, Jesus lernt:
„Frau, dein Glaube ist groß.“
Dorothee Sandherr-Klemp (zu Mt 15,21-28)
aus: Magnificat. Das Stundenbuch 08/2026, Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer;
www.magnificat.de In: Pfarrbriefservice.de